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Die Geschichte
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Die
"hochfürstliche öffentliche Bibliothek“ (Schloßbibliothek) Markgraf Wilhelm Friedrich (1703 – 1732) rief die erste öffentliche Bibliothek in der Residenzstadt ins Leben. Durch Dekret vom 21. Dezember 1720 erklärte er die bisherige fürstliche Hausbibliothek zur öffentlichen Landesbibliothek, bestätigt durch hochfürstliches Ausschreiben vom 14.Juli 1721. Den Grundstock dieser Hausbibliothek, die der markgräflichen Familie und dem Hofstaat zur Belehrung und Unterhaltung diente, hatte bereits Markgraf Georg Friedrich der Ältere (1556 – 1603) gelegt, wie viele Schweinslederbände mit seinem Supralibros GF MZB bekunden. Theologische Werke, lateinische Klassiker und Chroniken zeigten seine Spezialinteressen. Sein Nachfolger, Markgraf Joachim Ernst aus der jüngeren Linie des Hauses Brandenburg-Ansbach (1603 –1625, bevorzugte neben der Theologie, historischen und geographische Bücher sowie Werke der Kriegs- und Festungsbaukunst, ebenso sein Sohn und Nachfolger Albrecht V. (1639 – 1667). Ein breites Spektrum aller Wissensgebiete zeigt sich erst in der Bibliothek des Markgrafen Johann Friedrich (1672 – 1686). Seine universelle Büchersammlung umfasste 1832 Werke in deutschen, französischen und italienischen Ausgaben. Die Belletristik ist erstmals breit vertreten, kein Wunder bei einem Schöngeist, der selbst Romane schrieb. Für die 1726 errichtete öffentliche Schlossbibliothek hatte jeder fürstliche Diener bei Antritt eines neuen Amtes einen nach Rang genau eingestuften Beitrag zu leisten. So musste ein Minister, Geheimer Rat, Oberhofmarschall, Obristjägermeister und Obriststallmeister 8 fl. Zur Bibliothekskasse abgeben, eine Obrist, Forstmeister, Oberamtsmann, Kollegialrat 6 fl., ein Rittmeister, Kapitän, Kammerjunker, Hofmedikus 4 fl., ein Dekan, Hofjunker, Sekretär, Rektor 3 fl. Und ein Pfarrer, Leutnant, Kanzlist, Kammerdiener 2 fl. |
| Zuwachs erhielt die Bibliothek durch Ankauf von Buchführern (=Buchhändlern) und aus namhaften Privatbibliotheken (C. V. Blaspiel, Kardinal Du Bois, Z. C. v. Uffenbach u.a.). | ![]() |
| Große Bereicherung erfuhr sie 1730 durch die umfangreiche und kostbare Bibliothek der so früh verstorbenen Markgräfin und Landesregentin Christiane Charlotte (reg. 1723 – 1729). 1733 wurde die Konsistorialbibliothek der Schlossbibliothek einverleibt. |
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Untergebracht war die Hochfürstliche Bibliothek zunächst noch im Residenzschloß. Wegen erhöhter Feuergefahr infolge der vielen Festlichkeiten und der Baumaßnahmen wurde sie 1726 in den dritten Stock des alten Marschalkhauses (Marschalk von Ebneth, heute Stadtsparkasse) verlegt. Bei der ständig wachsenden Büchermenge herrschte dort bald große Raumnot. So wurde 1745 die Bibliothek wieder in das nun durch Leopoldo Retty ausgebaute Schloß zurückverlegt. Sie erhielt im 3. Stock einen repräsentativen Bibliothekssaal und zwei Nebenräume. In einem anschließenden Raum wurde das Münz – und Medaillenkabinett untergebracht mit einer Sammlung von Kunstgegenständen, Bronze- und Marmorstatuen, kostbaren Vasen und Erdgloben. Damals hatte die Büchersammlung auch der fürstlichen Reputation zu dienen und stand Interessierten zum „Perlustrieren“ offen. |
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Dank einer klugen Erwerbungspolitik, vieler Ankäufe, zahlreicher Schenkungen von seiten der Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich und besonders Alexander (1757 – 1791) zählte die Schlossbibliothek am Ende der Markgrafenzeit über 20.000 Bände. Auch zahlreiche private Büchersammlungen wurden ganz oder teilweise der Schlossbibliothek überlassen. So wuchsen durch testamentarische Schenkungen zwei geschlossene Fachbibliotheken hinzu: |
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Nicht in das große Sammelbecken für Bücher, die Schlossbibliothek, gelangte die nach Umfang und Bedeutung größte Privatbibliothek des markgräflichen Obristbaudirektors und nach maligen Geheimrats und Ministers Carl Friedrich von Zocha (1683 – 1749). Mit über 14.500 Bänden zählte sie ebensoviele Bücher wie die damalige Hochfürstliche öffentliche Bibliothek. Der vermögende, weitgereiste, bildungshungrige und bücherbesessene Kavaliersarchitekt und Jurist C. F. Freiherr v. Zocha hatte sich in seinen späten Jahren in hohe Schulden gestürzt. Als er 1749 starb, musste u.a. die reichhaltige, alle Wissensgebiete umfassende, meist kostbar in Leder gebundene Büchersammlung versteigert werden. Durch die Auktion wurde 1759 Ansbachs größte Privatbibliothek in alle Winde verstreut. Nur ein dreibändiger gedruckter Katalog dieser „Bibliotheca Zochiana“ (1752) kündet noch von der leidenschaftlichen Bücherliebe einer großen Persönlichkeit, die mit dem Bauwesen des Residenzschlosses, der Orangerie, des Gesandtenhausen (heute Verwaltungsgericht) sowie anderer Bauten in Stadt um Umland verbunden ist. |
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Benützer der öffentlichen Hochfürstlichen Bibliothek waren meist markgräfliche Beamte, Wissenschaftler, Lehrer und Schüler der Fürstenschule, des nach den beiden letzten Markgrafen benannten Gymnasiums „Carolo-Alexandrinum“ (heute nur noch „Carolinum“). Das „edle Kleinod“ und die „Zierde Ansbachs“ erlitt infolge der Abdankung des Markgrafen Alexander, dem Übergang der zollerischen Fürstentümer an Preußen 1791 gewaltige Einbrüche. Mit der von der preußischen Regierung befohlenen Abführung des größeren und wertvolleren Teils der Schlossbibliothek 1805 und 1806 an die Universitätsbibliothek Erlangen begann ein Niedergang ohne gleichen: 12.400 Bände, darunter 151 Prachthandschriften des 9. bis 15. Jahrhundert, 471 Wiegendrucke, 47 Bände mit Landkarten und 85 Kunstwerke mit 20 Bänden Handzeichnungen, Holzschnitten und Kupferstichen erster Meister (darunter das berühmte Selbstbildnis Albrecht Dürers von 1492) wurden eilig in Kisten verpackt und nach Erlangen abtransportiert. Zurück blieb ein trauriger Restbestand von ca. 7000 Bänden, der in den ersten Jahrzehnten unter bayerischer Regierung (ab 1806) mangels an Mitteln kaum vermehrt werden konnte. Bereits 1796 hatte der preußische König die Ablieferung des kostbaren Münzkabinetts an das königliche Münzkabinett nach Berlin verfügt. Die in sechs prachtvollen Intarsienschränken verwahrte Münz- und Medaillensammlung mit insgesamt 7.540 Exemplaren (darunter 4.163 antike Münzen) sowie eine zugehörige Spezialbibliothek mit seltenen numismatischen und archäologischen Werken musste der Münzinspektor, Hofrat Wetzel, im Winter 1796/97 verpacken und in eigener Person mittels Frachtwagen im Januar 1797 nach Berlin bringen. |
Die RegierungsbibliothekDie so grausam verstümmelte Schloßbibliothek erhielt 1824 durch die sogen. Literalien des Rezatkreises (Gesetzbücher, Kommentare, Amtsblätter) Zuwachs. Sie wurde dadurch zur Geschäftsbibliothek der Regierung und hieß seitdem Regierungsbibliothek. Eine beträchtliche Vermehrung wuchs ihr 1865 zu durch die an fränkischem Heimatschrifttum und historischen Quellenwerken zur Reichs- und Landesgeschichte reiche Bibliothek des 1830 gegründeten Historischen Vereins für Mittelfranken. |
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Die
Staatliche Bibliothek Ansbach 1959 wurde die Regierungsbibliothek der Generaldirektion der (bayerischen) staatlichen Bibliotheken unterstellt (wurde im Jahre 2000 aufgelöst und der Bayerischen Staatsbibliothek eingegliedert) und in den Staatshaushalt des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus aufgenommen. Seitdem verfügt sie über einen ordentlichen Etat und ist nicht mehr – wie vordem – auf Zuschüsse angewiesen. Im Mai 1972 wurden im 2. Stock des Schlosses neue Räume bezogen. Dies war jedoch nur ein interimistischer Aufenthalt, denn bereits im Mai 1988 erfolgte der Einzug der Staatlichen Bibliothek in das zweckmäßig umgebaute ehemalige Markgrafentheater, das zuvor als Reithalle gedient hatte und Mitte dieses Jahrhunderts als Lichtspieltheater fungierte. |