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Begleitvortrag zur Kurt Reuber Ausstellung

Dienstag, 30. April 2024, 17.30 Uhr im Lesesaal der Staatlichen Bibliothek Ansbach. Der Vortrag geht auf das Leben und die in der Ausstellung gezeigten Werke und Briefe des hessischen Pfarrers, Malers und Arztes Kurt Reuber (1906-.1944) ein. Seine bekannteste Zeichnung ist die sogenannte „Stalingrad-Madonna“, die Reuber Weihnachten 1942 im Kessel von Stalingrad mit Kohle für seine Kameraden auf die Rückseite einer russischen Landkarte zeichnete und die mit dem letzten Flugzeug nach Deutschland gekommen ist. Seit 1983 ist das Original in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin ausgestellt. Repliken befinden sich u.a. in Wolgograd und Coventry.

Reuber wurde als Feldarzt 1938 zur Wehrmacht eingezogen. Bei seinen Einsätzen auf dem Balkan und in Russland versorgte er als Feld- und Seuchenarzt auch die Bevölkerung im Kriegsgebiet so gut es ging. Dabei hat er vieler dieser Menschen - oft dem Tod näher als dem Leben – porträtiert. Er hat dabei einzigartige Zeugnisse der Geschichte geschaffen und inmitten der Kriegsgräuel Zeugnis für die menschliche Würde in allem Elend abgelegt. Die Zeichnungen sind ein „Dokument der Menschlichkeit“, wie es der Berliner Altbischof Martin Kruse in seinem Buch über das Werk Kurt Reubers („Die Stalingrad-Madonna“, Neuauflage 2012) beschrieb. Reuber verstarb in sowjetischer Kriegsgefangenschaft am 21. April 1944. Erst viele Jahre später wurden seine Bilder öffentlich gezeigt. 

Referent ist der Kurator der Ausstellung, Hans Gerhard Christoph, aus dessen Privatbesitz die gezeigten Exponate stammen.

Der Eintritt ist frei. 

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